Die Krone streut Propaganda!

Unerhörtes musste ich neulich lesen: Die Krone ließ vor 3 Monaten (inzwischen sind die Londoner Zeitungen auch bei uns in Philadelphia eingetroffen) verbreiten, die Steuern in den Kolonien hielten sich in Grenzen. Was für eine impertinente Behauptung!

Nicht nur, dass wir direkt sehr hoch besteuert werden (der Hof verschlingt Unsummen). Der Stamp Act von 1765 und der Townsend Act von 1767 sowie weitere Maßnahmen belasten uns alle schwer. Jedoch nimmt die indirekte (und versteckte) Besteuerung ebenfalls bereits Besorgnis erregende Ausmaße an:

  • Wir dürfen in den Kolonien keine Industrie aufbauen, wodurch wir gezwungen sind, alles teuer zu importieren. Die Krone kann die Preise für die Güter beliebig hoch ansetzen.
  • Die Krone unternimmt, so munkelt man, versuche, unsere neue Währung durch heimliche Maßnahmen zu destabilisieren (indem sie heimlich gefälschte Noten in Umlauf setzt). Erzwungene Inflation also.

Und dies, obwohl wir doch keine parlametarische Vertretung in London haben!

Leider — so muss ich in diesem Fall sagen — ist das ein überzeugender Beweis für meine Theorie, dass Unabhängigkeit (auch finanzielle!) voraussetzt, dass man geistig unabhängig ist und derartige Desinformationen permanent hinterfragt und demaskiert. Nur, wer die eigentlichen Absichten hinter den vordergründigen Ablenkungen sieht, kann sie richtig einordnen und seinen Weg unberirrt gehen. Daher auch das Feld „Propaganda enttarnen“ im Finanziellen Haus des Frameworks.

Ein Gedanke zu „Die Krone streut Propaganda!“

  1. Mr. Jefferson weist darauf hin, dass im Framework, dass er formuliert hat, ein Block „Propaganda enttarnen“ ist, und dementsprechend hat er auch in seinem Buch zur finanziellen Unabhängigkeit, das demnächst veröffentlicht wird, einen Abschnitt zum Thema vorgesehen.
    Er selbst denkt dabei zwar nur an die noch amerikanischen Kolonien, jedoch lassen sich diese Verhältnisse durchaus auch auf Mitteleuropa übertragen.
    Die Bundesregierung hat z.B. eine Broschüre veröffentlicht (kann man auf der Site des Finanzministeriums herunterladen), in welcher sie „nachweist“, dass sich die Steuern in Deutschland in Grenzen halten (im Vergleich etwa zu seinen europäischen Nachbarn). Wenn man das unkritisch liest, klingt es auch plausibel, jedoch muss man natürlich erstens das ganze Bild sehen (da wird natürlich einiges bewusst nicht erwähnt, was zu erwähnen wäre), zweitens werden dabei implizit bestimmte Annahmen getroffen, die zumindest fraglich sind, und drittens muss man natürlich immer im Hinterkopf haben, wer da schreibt: Der Autor dieser Broschüre kann wohl kaum als neutrale Instanz gelten.
    Ich habe das für Mr. Jeffersons Buch recherchiert und in einem eigenen Abschnitt dargelegt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.