Kinder stiefmütterlich behandelt?

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Zum Buch „Finanzielle Unabhängigkeit“ wurde Mr. Jefferson gefragt, warum er denn die Kinder in seinem Schema so stiefmütterlich behandelt hätte – sie seien in einem einzigen, recht kurzen Abschnitt abgehandelt gewesen, und im Geldtopf-Schema sei für sie noch nicht einmal ein eigener Kasten vorgesehen gewesen – ganz im Gegensatz zu den Eltern. Ob denn Kinder für Mr. Jefferson nicht so wichtig seien?

Ich habe mich kurz mit ihm darüber abgestimmt und möchte das für ihn beantworten:

Zunächst einmal möchte Mr. Jefferson darauf hinweisen, dass er selbst Kinder hat und diese ihm auch sehr teuer sind. Das aber nur am Rande.

In der Tat kann diese Gewichtung zunächst verwundern, aber das ist irreführende. Der entscheidende Punkt ist nämlich: Das oben gesagte stimmt zwar – aber es stimmt nur oberflächlich und isoliert betrachtet, also wenn man es aus dem Zusammenhang nimmt. Wenn man den Abschnitt zu den Kindern nämlich genauer liest und nicht nur einfach seinen Umfang in Seiten misst, stellt man fest, dass dort auch gleich erklärt wird, warum die Gewichtung im Buch so vorgenommen wird.

Zur Erinnerung: Um Altersarmut zu vermeiden, müssen wir verschiedene „Geldtöpfe“ aufbauen, v.a. den Alterestopf. Es wird über längere Passagen und mehrere Abschnitte hinweg erläutert, warum das nötig ist, und warum wir so viel Energie darauf verwenden müssen. Diese Energie kommt uns letztlich im Alter zu gute, wenn wir nicht mehr arbeiten, sondern auf ein passives Einkommen angewiesen sind.

Was ist nun mit den Kindern?

  • Wir wollen sie absichern für den Fall, dass wir verfrüht sterben, und wir wollen ihnen auch etwas hinterlassen. Im Buch regen wir an, dafür einen „Kinder-Sicherheits-Topf“ und auch einen „Kinder-Alterstopf“ einzurichten, und wir weisen in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass das Schema durchaus individuell erweiterbar ist. Das Geldtopf-Schema hätte das grafisch durchaus noch neben dem Eltern-Topf vertragen, zugegeben.
  • Allerdings haben Mr. Jefferson und ich eben auch darauf hingewiesen, dass wir das für sehr ambitionierte Ziele halten, und dass wir sie auch hinter dem eigenen Alterstopf sehen. Dieser muss zuerst kommen (das wurde aus ausführlich begründet). Wir betonten auch mehrmals, wie wichtig das unmittelbare Eigentum an allem im Topf ist. Die schiere Größe der Aufgabe erfordert es, Prioritäten zu setzen. Außerdem leben die Kinder leben ja in aller Regel mit einem und nicht vollkommen getrennt.
  • Außerdem haben wir darauf erläutert, dass gewisse Überlegungen anderer Autoren zum Thema „Vererben an die nächste Generation“ von durchaus eine ernsthafte Überlegung wert sind, wenngleich wir daraus kein quasi-religiöses Dogma machen möchten – vereinfacht gesagt: „Erwarte nichts von deinen Eltern, und deine Kinder sollen auch nichts von dir erwarten“. Und wenn es doch anders kommt, dann bekommen die Kinder eben unsere Töpfe sein, die sie dann weiter ausbauen können und müssen.
  • Last but not least könnte man auch anführen (auch wenn das nicht wirklich ein zentraler Punkt im Buch war), dass in „typischen“ Biografien die Pflege der Eltern im Alter eher zur Priorität wird als die Absicherung der / Starthilfe für die Kinder.

Kurz: Die Kinder werden im Buch nur auf den ersten Blick stiefmütterlich behandelt. Tatsächlich haben wir uns dazu sehr genaue Gedanken gemacht. Es hätte vielleicht noch ein paar erläuternde Sätze mehr wie oben vertragen, um das etwas deutlicher zu machen; das gebe ich als der ausführende Autor von Jeffersons Kerngedanken gern zu. Aber das ändert nichts an der prinzipiellen Ausgewogenheit des Konzepts.

Vielleicht ein etwas hart klingender, aber auch anspornender Gedanke hierzu zum Schluss: Unabhängigkeit zu erlangen, ist eine Lebensaufgabe. Damit hat man alle Hände voll zu tun. Nur, wenn alles perfekt läuft, kann man dabei noch „mehr als normal“ an die nächste Generation denken.  Das Wichtigste, was wir ihnen mitgeben können, ist aber ohnehin kein Vermögen, sondern einen unabhängigen Mind-Set und das technisch-methodische Know-How, wie man sich unabhängig macht.

Mehr dazu im Buch.


Bildnachweis: johnhain via Pixabay

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