Mr. Jefferson

Jefferson_04_verfremdet_01_kSeien Sie gegrüßt.

Mein Name ist Thomas Jefferson. Ich bin ein älteres Semester (1743 geboren), und ich stamme aus Virginia, das liegt in Britisch-Amerika.

Angefangen habe ich als Anwalt. Aber das war mir nie genug, ich war auch immer politisch aktiv. Zu meinen größten Idealen gehören

  • Freiheit des Einzelnen
  • Unabhängigkeit (auch politische)

Fürwahr, ziemlich revolutionäre Ideen, finden Sie nicht? Aber diese Gedanken sind bei uns in den Kolonien sehr en vogue. Wir schätzen es nicht besonders, vom König gegängelt zu werden. Daraus hat sich ergeben (Sie wissen es vermutlich bereits), dass in den 70-er Jahren des 18. Jahrhunderts einiges los war bei uns. Die Leute waren unzufrieden, wollten sich nicht mehr gängeln lassen. Ich habe mitgemischt.

Was soll ich sagen? Man ist auf mich aufmerksam geworden. Neulich, 1774, hat man mich zum Abgesandten Virginias im Kontinentalkongress ernannt. Dort gehöre ich dem Komitee an, das die Unabhängigkeitserklärung der Kolonien ausarbeiten sollte. Und nun das Unglaubliche: Das Komitee hat mich beauftragt, eine Unabhängigkeitserklärung zu verfassen!

Können Sie sich vorstellen, was das für mich bedeutet? Ich sitze nun hier und muss mir etwas ausdenken. Ich kann Ihnen sagen, das ist gar nicht einfach! Einerseits soll es verständlich sein, und jedermann soll sich damit identifizieren können, und andererseits soll es ja auch irgendwie staatstragend werden. Wir legen das schließlich dem König vor. Da kann man nicht einfach so schnoddrig schreiben: „Herr König, wir steigen aus!“, oder gar: „Machen uns vom Acker, LOL, CU.“, wie man das heute in diesem „Internet“ macht, nicht wahr? Das gehört sich doch nicht.

Und weil ich ein Mensch aus gutem Hause und mit Bildung bin, möchte ich das auch einigermaßen systematisch machen. Ich möchte nicht einfach nur hier und da Gedanken durch in die Gegend pusten, sondern ein stimmiges und schlüssiges Gedanken-Gebäude errichten. Vor allem soll es nicht nur auf mich und meine Lebensgeschichte gemünzt sein, sondern auch anderen helfen. Auf der anderen Seite: ein bisschen individuell darf’s schon sein, und man kann sich ja auch zu Tode verallgemeinern…

Ach, jedenfalls bin ich jetzt gerade dabei, diese Systematik aufzubauen und in diesem „Blog“ (ich glaube, so nennen das die jungen Leute heutzutage) mit Inhalten zu füllen. Mein Assistent hatte mich auf diese Möglichkeit der Publizierung aufmerksam gemacht (ein tüchtiger junger Bursche, übrigens).

Das Material, das ich zum Thema sammle, und das mein Assistent für mich aufbereitet, wird zunehmend umfangreicher, und ich weiß schon gar nicht mehr, ob das überhaupt ein Ende nehmen wird. „Unabhängigkeitserklärung“ ist schon kein angemessener Name mehr dafür. Ich nenne es jetzt

Projekt Unabhängigkeit!

Es würde mich freuen, wenn ich Sie öfter hier antreffen würde, und wenn Sie mir dann und wann Ihre geschätzten Kommentare in elektronischen Depeschen zukommen lassen würden. Ich bin immer an Feedback interessiert.

In Freundschaft,

Ihr Thomas Jefferson


Bildnachweis: Thilo Riegel (s. Impressum für Details)