Warum finanzielle Unabhängigkeit wichtig ist

Manchmal wird mir, beim Dinner oder in den Salons, die Frage gestellt, ob die finanzielle Unabhängigkeit denn für die Erklärung, die wir dem König vorlegen wollen, so essenziell sei, dass ich gleich im Anfangsstadium ein ganzes Buch darüber geschrieben habe.

Ich möchte wie folgt darauf antworten: Die Unabhängigkeit von der Krone (also die politische Unabhängigkeit) ist unser höchstes Ziel. Wir wollen einen unabhängigen, souveränen Staat gründen, der sich eigenverantwortlich selbst verwaltet. Die Bürger dieses Staates sollen ihre Geschicke selbst in die Hand nehmen — es geht nicht darum, eine Knechtschaft durch die andere zu ersetzen, sondern diesen Gedanken echt und grundlegend für das ganze Volk zu realisieren.

Dazu bedarf es allerdings auch auch eines Volkes, das dazu „geeignet“ ist, wenn Sie mir diese Formulierung gestatten: Von Bürgern nämlich, die in diesem Sinne frei denken und die ausreichende geistige Reife aufbringen, entsprechende Gesetze zu verfassen, auf deren Basis wir eine neue Ordnung aufbauen können.

Nun gebe ich zu, dass ein gut gefülltes Portemonnaie nicht notwendigerweise ein Zeichen eines solch unabhängigen Geistes ist — aber doch, in gewisser Weise, eine Voraussetzung.

Weshalb? Weil jemand, der in materieller Not lebt, sich zuallererst darum kümmern muss, für sich und die Seinen Nahrung und Unterkunft zu finden. Solch eine Person mag enormes geistiges Potenzial haben, ist doch aber ständig durch die widrigen Verhältnisse daran gehindert, es zu entfalten.

Erst jemand, der keine materielle Not leiden muss und ausreichende Reserven hat, kann sich ernsthaft Gedanken über die höheren Geschicke machen, nach denen er und seine Gemeinschaft streben. Und daher ist es wichtig, dass wir auch materiell unabhängig werden, und zwar möglichst früh!

Ich persönlich hatte dabei ja zunächst an Ackerland, gesundes Vieh im Stall und ausreichend Vorräte im Silo gedacht — jedoch bin ich nach einem interessanten Gespräch mit meinem Assistenten zum Schluss gekommen, dass in entwickelten und bevölkerungsreichen Nationen mit funktionierender Infrastruktur die Finanzen die Priorität hätten, alldieweil das Erstere (Ackerland usw.) eher den Charakter einer eines Sicherheits-Netzes habe. Selbstverständlich wusste ich das bereits vorher (mein Assistent: immer meint er, mich belehren zu müssen!), doch gebe ich freimütig zu, dass er mich im rechten Augenblick daran erinnerte (wenngleich es natürlich sehr optimistisch gedacht ist; immerhin ist unsere Kolonie noch klein und dünn besiedelt. Doch ich sehe Potenzial!).

Ein Individuum ebenso wie eine ganze Gemeinschaft, das/die sich in diese Richtung entwickeln möchte, muss auch finanziell unabhängig sein. Diese Gedanken müssen von jedem einzelnen Bürger unserer demnächst neuen Nation getragen und gelebt werden! Daher also ein Buch über finanzielle Unabhängigkeit — bereits in diesem Stadium!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.